Verlässlich im Betrieb, blockiert in der Steuerung
Abwasser, Hochwasserschutz, Gewässer: Emschergenossenschaft und Lippeverband halten eine ganze Region am Laufen. Die Projekte des Geschäftsbereichs Planung und Bau laufen über Jahre, viele Gewerke greifen ineinander. Genau dort staute es sich: Mehrere hundert Projekte konkurrierten ungesteuert um Kapazität, eine Priorisierung von oben fehlte, die Überlast war chronisch geworden.
Das Führungsteam arbeitete seit 25 Jahren zusammen, fachlich stark und im Umgang freundlich. Die Steuerung dahinter blieb dünn: keine gemeinsame Führungsroutine, unklare Entscheidungswege, strittige Themen wurden umschifft. Jeder Bereich optimierte für sich, und der Geschäftsbereich verlor an Tempo.
Durch die gute Struktur und die persönlich ansprechende Moderation und Motivation sind wir an 2 Tagen weiter gekommen als in den vergangenen 5 Jahren.
Drei Ergebnisse standen im Auftrag
Auf der Verpackung stand: als Führungsteam besser zusammenarbeiten. Dahinter lagen drei harte Anforderungen. Erstens ein Team, das die relevanten Themen offen verhandelt, auch die unbequemen. Zweitens Klarheit über Entscheidungen: was das Team gemeinsam entscheidet, wer entscheidet und auf welchem Weg. Drittens Fokus: ein tragfähiger Vorschlag, wie die Projektlandschaft priorisiert wird.
Der Maßstab war von Beginn an der Alltag. Es zählt, was vier Wochen nach der Klausur anders läuft.
Erst die Beziehung klären, dann die Struktur bauen
Die Reihenfolge ist das Wirkprinzip. Strukturvereinbarungen halten nur, wenn die Spannungen darunter bearbeitet sind. Tag eins gehörte deshalb der Klärung: die Kulturzonen Rot, Pink und Grün als gemeinsame Sprache, Abwehrverhalten, psychologische Sicherheit als Führungswerkzeug, dazu eine Verhandlungsübung, die die eigenen Muster in zwanzig Minuten sichtbar macht. Tag zwei baute darauf die Struktur: Entscheidungswege mit dem PP Entscheidungs-Navi, eine Team-Charta mit Wenn-dann-Vereinbarungen, feste Routinen für die Woche.
Der Umschlagpunkt kam am ersten Nachmittag. Als die lange gemiedenen Themen ausgesprochen und geklärt waren, stieg das Arbeitstempo spürbar. Entscheidungsfragen, die seit Jahren offen waren, wurden am zweiten Tag in Stunden geregelt. Klärung ist hier kein Selbstzweck: Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Vereinbarungen halten.
Drei Wochen später: Die neue Struktur trägt
Die wöchentliche Führungsrunde läuft seit der Klausur. Mittwochmorgen, feste Tagesordnung, Moderation aus dem eigenen Team. Themen, die früher zwischen Tür und Angel hängen blieben, haben jetzt einen Ort, einen Termin und eine Entscheidung. Das Team beschreibt die Runde als klaren Gewinn: strukturiert, effektiv und deutlich zufriedener als der alte Modus.
Die Team-Charta wirkt dort, wo es schwierig wird: Die Wenn-dann-Vereinbarungen halten die Zusammenarbeit auch unter Druck auf Kurs. Bei der Überlast dreht das Team den Spieß um und erarbeitet selbst einen Vorschlag zur Priorisierung der Projektlandschaft für den Vorstand. Für Januar 2027 ist ein halbtägiger Follow-up-Workshop in Vorbereitung: Bilanz ziehen, Entscheidungsprozesse vertiefen, Vereinbarungen nachschärfen.
